Innovation? Geht mich nichts an! Enttarnen Sie die Verhinderungsfaktoren.

Die Innovation hat es nicht immer leicht in Unternehmen. Sie und das Team dahinter treffen auf viele Menschen, die der neuen Idee das Leben schwer machen. Wer sind diese Innovationsverhinderer? Wie lassen sie sich enttarnen? Und was können Sie tun, um freie Bahn für neue Ideen zu haben?

 

Mein Bereich – meine Entscheidungen

Ich kann nicht oft genug betonen, dass das Ego eine der größten Innovationsbremsen überhaupt ist. Klassischerweise trifft man es im mittleren Management an. Kommt ein Mitarbeiter aus der Innovationsabteilung, um eine Entscheidung zu erhalten, wird er oft mit Aussagen wie dieser abgefrühstückt: „Deine Innovation betrifft mein Gebiet. Hier sage ich was zu tun ist. Jetzt stell erstmal einen Antrag.“ Dann wird sich in der Regel sehr viel Zeit genommen, diesen Antrag zu bearbeiten – oft gehen Monate ins Land und die Innovation ist bis dahin verkümmert. Dabei geht es teilweise um banale oder gar dämliche Vorschriften wie zum Beispiel eine Compliance Richtlinie, dass für die Innovation eine eigene Website benötigt wird. Das sind tatsächlich drastische Verhinderungsfaktoren, die eine Idee zum Erliegen bringen können, obwohl diese vom Vorstand bereits abgesegnet ist. Die Entscheidungstreffenden in ihrem „Hoheitsgebiet“ können mit ihrem Ego die Innovation zum Tode verurteilen. 

 

Teil des Teams – Teil der Innovation 

Wie in jeder Teamzusammenstellung geht es auch beim Innovationsteam darum, Personen aus allen Bereichen mit an Bord zu haben. Es ist hier aber entscheidend das „Wie“ der Zusammenarbeit klar zu definieren. Haben die Mitarbeiter das Mindset: Ich darf keine Fehler machen, alles muss ganz effizient sein, wir müssen uns strikt an die Agenda halten – dann wird eine Innovation oft schon im Keim erstickt. Die eingefahrenen Strukturen müssen aufgelöst werden und die Teammitglieder eine andere Haltung entwickeln, um überhaupt kreativ sein zu können. Sonst werden sie nämlich selbst, obwohl sie in der Innovationsabteilung sitzen, zum Verhinderungsfaktor.  

 

Geht mich nichts an…

Innovationsverhinderer können in allen Abteilungen auftreten. Zum Beispiel kann es jemand aus dem Marketing sein, der sagt: „Ich mache bei der Innovation nicht mit, weil mein Chef mir nie gesagt hat, dass es die Strategie ist. Ich weiß davon und von einer neuen Strategie nichts, ich bin raus.“ Und dann gibt es da natürlich noch einige Kollegen, die meist schon lange im Unternehmen sind und überhaupt keine Lust auf Innovation haben. Diese werden schnell ebenfalls zum Verhinderungsfaktor. Dann fallen auch die berühmten Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“, oder „Warum sollten wir etwas ändern, wenn doch alles gut läuft?“ Der Vertrieb ist oft zwiespältig: Auf der einer Seite braucht er Innovation, um das Portfolio zu erweitern und wettbewerbsfähig zu bleiben, auf der anderen Seite will er Zeit und Geld auch nur investieren, wenn es sicher ist, dass es sofort Umsätze gibt. Es gibt also durchaus viele Innovationsverhinderer im eigenen Unternehmen, die es zu enttarnen gilt.

 

Innovation ist Chefsache

Eine Innovationsteam braucht die volle Unterstützung im Unternehmen, um die Idee auf den Weg zu bringen. Als Führungskraft ist es daher Ihre Aufgabe eine Art „Blankocheck“ auszustellen. Ist klar kommuniziert von welchen Abteilungen das Innovationsteam in welchem Maße Unterstützung braucht, erspart man sich langwierige Diskussionen. Es braucht zum Beispiel Mitarbeiter aus dem Marketing, die bei der Innovation an Bord sind und diese auch kommunizieren, um alle für die neue Idee zu begeistern.